Die inhaltlichen Themen sind ja wirklich (noch) nicht doll. Was also ist neu, ungewohnt an den Piraten und für viele Politikverdrossene so attraktiv. Es sind die Möglichkeiten für jeden Einzelnen, Entscheidungsprozesse selbst mitzugestalten, persönlich zur Meinungsbildung beizutragen. Es ist (noch) nicht das WAS, es ist das WIE, das die Piraten besser können als alle anderen Parteien. Mit den Mitteln des digitalen Zeitalters stellen sie die Hierarchie, die Schwerfälligkeit der Entscheidungen, das Proporzdenken der anderen Parteien in Frage, um nicht zu sagen, auf den Kopf.
Kern ist das Prinzip des “Liquid feedback”. Wie das funktioniert, siehe auf diesem Blog weiter unten. Diese flüssigen Entscheidungen bilden die Meinungsbildung zu einem Thema direkt per Software im Netz ab.
Die anderen politischen Parteien sind ob des Erfolgs der Piraten nervös. Es kratzt an ihrem traditionellen Selbstverständnis. – Aber Klagen und Diskriminierungen helfen hier gar nichts. Liebe Politiker aller Parteien: Sie sind nicht mehr der Nabel der politischen Entscheidungen. Sie sind gewählt und habt gute Arbeit zu leisten. Nutzen Sie die Medien für eine “flüssige Entscheidungsfindung”, verschaffen Sie Ihrer Politik eine breitere Basis für die Lösung der wichtigen Probleme der Zukunft, schaffen Sie Raum für Kreativität und intelligente Mitgestaltung.
Ich schlage Ihnen einen überparteilichen Online-Test vor: Lassen Sie doch Sinn und Unsinn das sogenannten “Betreuungsgeldes” einmal im Netz diskutieren, anstatt sogar die Meinung der gewählten Parlamentarier an die Kette zu legen und sie mit aus dem Hut gezauberten Rentenversprechungen zu ködern. – Wenn sich vielleicht Herr Kauder oder Herr Seehofer nicht trauen, vielleicht aber doch andere….




